Moin.

Eigentlich wollte ich eine große Motivationsfolge machen. Ich wollte mit einem epischen Podcast Intro Song starten, der eure vom Weihnachtsessen trägen Körper aus den Sitzen springen lässt 😀 Und dann energisch motivierend über die guten Neujahrsvorsätze und so reden, aber dann hab ich mir gedacht, dass das mit der energischen motivierenden Art eh nicht mein Ding ist und spätestens wenn ich anfangen zu reden, die Stimmung und die Motivation des Introsongs eh wieder runterholen würde und das mit den Neujahrsvorsätzen ist irgendwie auch so langweilig, klischeehaft und wird man überall zu dieser Zeit hören oder lesen.

Also lassen wir das.

Außerdem, wenn du etwas ändern willst, warum warten? Änder jetzt was, oder auch nicht, wer sich von einem Kalenderdatum sagen lassen muss, dass er jetzt gesünder leben will, mehr Sport macht oder endlich mit dem Rauchen aufhört, hat ohnehin schlechte Chancen.

Studien haben gezeigt, dass bereits Mitte Januar 60% aufgegeben haben! Ende Februar sind nur noch 25% dabei und Ende März sind es unter 10%. Da ich meine aktuellen Quartalsziele aus der letzten Folge ja bis Ende März geplant habe, wird es die große Motivationsfolge also im Motivationsmärz geben.

In dieser Ausgabe wird es wieder ein paar Business Updates geben.

Außerdem gibt es ein paar leider nur halbfertige Gedanken, die ich mir zurzeit mache. Ich habe vor eine Weile eine schwerwiegende Fehlentscheidung getroffen, deren Ausmaß mir erst viel zu spät klar wurde und immer noch nicht ganz absehbar ist. Rational gesehen war die Entscheidung auf den ersten Blick richtig und doch fühlt sie sich bis heute so unglaublich falsch an. Vielleicht kennen ja einige von euch das Problem. Unser Kopf sagt so, und unser Bauch oder Herz oder einfach die Intuition, wie auch immer man es nennen will, sagt etwas komplett anderes.

Passend zu meinem aktuellen Buch über die Psychologie an der Börse, habe ich mir aufgrund dieser Entscheidung ein paar Gedanken zu den Themen Risiko und Sicherheit gemacht und wie ich diese Fehlentscheidung vielleicht hätte vermeiden können.

Denn ich habe den wichtigsten Aspekt der Welt um uns herum bei der Entscheidungsfindung vernachlässigt. Die Welt ist unsicher und wir haben in den allermeisten Fällen nicht alle Informationen, um eine absolut rationale Entscheidung zu treffen.
Also geht es heute darum, wie man in dieser unsicheren Welt vielleicht bessere Entscheidungen treffen kann.

Die Gedanken sind wie gesagt alle noch so halbfertig, aber da es morgen schon wieder auf Reisen geht, wollte ich sie euch nicht vor enthalten und vielleicht hat ja der ein oder andere eine Lösung.

Bessere Entscheidungen treffen in einer unsicheren Welt voller Risiken

Risiko kann auch gut sein

Im Hafen ist ein Schiff sicher, aber dafür ist es nicht gebaut. (Seneca)

Woran denken wir instinktiv beim Wort Risiko? Umfragen haben gezeigt, dass die häufigste Antwort Verlust ist. Wir haben Angst, etwas zu verlieren. Sei es Job, Geld oder unser Gesicht. Risiko ist für viele ein negativ besetztes Wort. Diverse Studien haben immer wieder gezeigt, dass die Angst etwas zu verlieren motivierender ist, als die Chance, etwas zu gewinnen.

Aber wenn man es mal anders sieht: Speziell im Businessbereich ist jegliche Form von Innovation immer ein Risiko. Ohne Risiken würde es wohl kaum Fortschritte geben und auch außerhalb des geschäftlichen sehe ich Risiko und Unsicherheit manchmal als positiv. Die meisten unserer Gefühle entstehen aus einer Unsicherheit heraus, Überraschung, Aufregung, Freude.

Wenn du ein Fußballspiel das zweite Mal siehst, wirst du dich sicher nicht mit der gleichen Intensität über das Tor freuen können. Sicherheit ist in gewisser Weise auch langweilig, ein emotionaler Tod und ein bisschen Risiko ist wie ein gutes Gewürz beim Essen 😀

Die Illusion von Sicherheit und Kontrolle

Trotzdem lieben viele von uns die Illusion von Sicherheit und deshalb hören wir auf Berater, Analysten, Lehrer, Ärzte, Politiker und andere, die keinen Plan haben, aber mit ihren Worten uns in Sicherheit wiegen. Teilweise zahlen wir sogar viel Geld dafür.

Warum hören wir auf nutzlose Prognosen? Um uns vielleicht im Zweifelsfall vor uns selbst abzusichern, wir haben dann ja schließlich keinen Fehler gemacht, sondern der Analyst, der Politiker, der Berater. Vielleicht haben wir manchmal einfach nur Angst davor, Verantwortung zu übernehmen vor uns selbst und anderen. Eine Bauchentscheidung lässt sich auch nur schwer erklären und rechtfertigen. Aber zum Thema Verantwortung ein anderes mal mehr, weil das Thema viel zu wichtig ist für eine Randnotiz.

Wie kann man denn jetzt sicher einen Finanzcrash vorhersagen? Die einfachste Möglichkeit ist es, jedes Jahr einen vorherzusagen und irgendwann steht man als der größte Prophet da, weil es endlich eingetroffen ist. Wie sinnvoll solche Vorhersagen sind, muss jeder selbst wissen 😉

Notfalls können wir ja noch eine Versicherung abschließen und anderweitig vorsichtig sein. Alleine in Deutschland gibt esfast 500 Millionen Versicherungsverträge!!! . Es gibt jetzt beispielsweise eine Kälteschutzversicherung, bei der ein großer deutscher Versicherer die gesteigerten Heizkosten teilweise übernimmt.

Wir haben Angst vor dem Fliegen und setzen uns beruhigt ins Auto, obwohl die Wahrscheinlichkeit für ein Unglück fast 1.000 Mal höher ist. Wir planen unser Leben, die Ausbildung den Job, den perfekten Partner und machen alles richtig. Dann kommt die Wirtschaftskrise oder irgendwas anderes unvorhergesehenes und Boom, Sicherheit kaputt. Der große Philosoph Mike Tyson sagte einst so schön:

Jeder hat einen Plan – bis er was auf die Fresse bekommt.

Ein schönes Beispiel das ich auch in meinem aktuellen Buch drin habe ist die Truthan-Illusion von Nassir Nicolas Thaleb und zeigt schön den Zusammenhang von Sicherheit und fehlenden Informationen in einer unsicheren Welt.

Ein Truthahn lebt glücklich in seinem Stall und wird jeden Tag gefüttert. Da kommt jemand zu ihm in den Stall und es gibt was zu Essen. Was für ein Leben, jeden Tag aufs neue. Mit jedem Tag den er gefüttert wird, steigt die Gewissheit, das er auch am nächsten Tag wieder essen erhält. So geht das ein ganzes Jahr lang und dann, ausgerechnet an dem Tag, an dem er mit der größten Gewissheit wieder zu essen bekommt, wird er geschlachtet. Doof gelaufen für den armen Truthahn, aber er konnte es nicht besser Wissen. Ihm fehlte eine, wie sich dann herausgestellt hat, doch irgendwie wichtige Information.

Da stellt sich mir die Frage, wie viele Informationen uns in unserem Leben wohl fehlen? Wenn der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien schon einen Tornado in Texas auslösen kann, welche Millionen von unbekannten Ereignisse haben dann wohl einen Einfluss auf unser Leben? Die Schmetterlinge sind ja überall da draußen.

Deshalb gleich mal die erste Weisheit, die es wohl für jeden von uns zu akzeptieren gilt:

Die Welt ist voller Unsicherheiten. Es gibt keine absolute Sicherheit, außer in den Marketing Versprechen irgendwelcher Finanzberater, Politiker und Versicherer.

Absolute Gewissheit in einer unsicheren Welt halte ich sogar für gefährlich und schädlich. Menschen, die sich ihrer Sache all zu sicher waren, haben schon viel zu viel Schaden auf dieser Welt angerichtet, egal ob religiöse oder politische Fanatiker.

Auch auf den einzelnen Menschen betrachtet, führt ein hohes Sicherheitsbedürfnis oftmals zu Problemen in einer unsicheren Welt. Es engt unsere Sichtweise und Möglichkeiten ein. Mich hat es in vielen Situationen förmlich gelähmt.

Vor allem weil die meisten Ängste ohnehin irrational sind und auf einer völlig verzerrten Wahrnehmung des Risikos beruhen.

Ich fürchte die Kokosnuss, die mir von der Palme auf den Kopf fällt und fahre mit dem Roller ohne Helm über die Insel. Ein typisches Beispiel für dummes Verhalten und eine völlig falsche Risikoeinschätzung. Ursache ist denke ich die Illusion von Kontrolle. Als ob nicht jemand anderes mich übersehen könnte und einfach über den Haufen fährt.

Häufig kommt dann das Argument, dass evolutionär betrachtet Angst zu haben in den meisten Fällen nicht schadet. Wer sich einmal zu viel fürchtet, wird wohl trotzdem noch eher überleben als jemand, der ein Risiko zu viel eingeht.

Aber heutzutage existieren nur noch wenig Gefahren, die wirklich unser Leben alltäglich bedrohen. Wir leben wohl in der sichersten Welt, die es bis dato je gab. Und mal zu scheitern, mal einen Fehler zu machen, auch mal Geld zu verlieren oder doof dar zu stehen. All das sind definitiv keine existenzbedrohenden Risiken und hält doch so viele davon ab, etwas zu riskieren.

Trotzdem ist dieses Gefühl von Kontrolle denke ich sehr wichtig, auch wenn es wie die gefühlte Sicherheit und absolute Gewissheit nur eine Illusion ist.

Ellen Langer hat in den 80er Jahren in Studien dazu ein paar Beispiele gezeigt. Lotto Spielen, hier haben die Menschen das Gefühl, Ihre Gewinnchancen erhöhen sich, wenn Sie die Zahlen selbst auswählen. Tun sie nicht. In Experimenten würfelten die Leute stärker, wenn sie eine hohe Zahl wollten. Auch das bringt nichts. Der Zufall lässt sich nicht kontrollieren.

Diese Kontrollillusion genannte Wahrnehmungsverzerrung soll heute nicht Thema sein, aber passend zu den Neujahrsvorsätzen, die ja vielleicht doch einige machen, ist es ratsam sich Ziele zu setzen oder Dinge vorzunehmen, die man auch kontrollieren kann. Statt nur äußerer Ziele materieller Art, sind hier vielleicht innere Ziele ein guter Ansatz.

Nagut, aber mal zurück zum Risiko und wie wir damit besser umgehen können 😀 kurz nochmal zusammengefasst:

Alles ist unsicher, viele unserer Ängste sind irrational und über viele Dinge haben wir einfach keine Kontrolle. Man muss also immer Risiken eingehen. Deshalb ist es wichtig, mit den Risiken umgehen zu können.

Bessere Entscheidungen treffen

Den Satz das uns die Schule nicht darauf vorbereitet mit solchen Risiken und Unsicherheiten, kann ich wohl streichen, der wird bei den meisten zukünftigen und vergangenen Themen zutreffend sein 😀 das sind so Fragestellungen im Leben, wo uns die ganzen mathematischen Formeln, die wir mal in der Schule und dem Studium gelernt haben, einfach nicht weiterhelfen.

Was hilft dann weiter?

Auf das Bauchgefühl hören

Bei Risiko und Ungewissheit hilft Intuition und Bauchgefühl oftmals mehr als das rationale Entscheiden, Planen und Berechnen. Sich selbst einfach mal zu fragen, wie fühlt sich diese Entscheidung gerade an?

In meinem Online-Business zum Beispiel höre ich zu 90% auf solche Bauchentscheidungen. So entscheide ich, mit wem ich arbeite, welche Angebote ich annehme und was ich mache. Einfach danach, ob es sich für mich richtig anfühlt. Als Selbständiger habe ich da natürlich den Vorteil, dass ich niemandem meine Entscheidungen erklären muss.

Manchmal beende ich ein Projekt, einfach weil es sich „falsch anfühlt“ auch wenn rational alles dagegen spricht. Auch umgedreht gab es Fälle, wo ich etwas beendet habe, und erst hinterher Gefühl habe, das es halt falsch war, weil ich vielleicht einfach nicht alle Informationen bewusst wahrgenommen habe.

Wir nehmen ja auch nicht bewusst wahr, dass wir laufen können oder gesund sind?

Manchmal realisieren wir solche einige Sachen erst, wenn uns etwas fehlt. Der Gesunde hat noch tausend Wünsche, der schwer Erkrankte nur noch einen.

Ich glaube, dass Bauchentscheidungen auch stark von solchen nicht bewusst wahrgenommenen Informationen gesteuert werden. Wir können unbewusst viel mehr Informationen verarbeiten und daher ggf. auch die besseren Entscheidungen treffen.

Ein Klassiker, um das Bauchgefühl herauszufinden ist beispielsweise die Münzwurfmethode. Wenn du dich zwischen zwei Alternativen Entscheiden musst, wirf eine Münze und jede der Seiten steht für eine der Entscheidungen. Die Landung der Münze ist dabei egal, dein Bauchgefühl wird dir bereits in dem Moment sagen, in dem die Münze in der Luft ist, was du tun solltest.

Gerade in einer unsicheren Welt sollten wir dann einfach auf unser Herz oder Bauchgefühl hören.

Eine weitere Möglichkeit für Entscheidungen ist es, sie zu vereinfachen.

Entscheidungen vereinfachen – Gut genug reicht auch

Umso größer die Unsicherheit und scheinbar komplizierter, umso mehr sollten wir unsere Entscheidungsprozesse vereinfachen.

Das klingt erstmal unlogisch, aber nehmen wir das einfache Beispiel einer Marmelade im Supermarkt. Erdbeere steht fest und jetzt stehen da natürlich trotzdem 10 verschiedene Erdbeer-Sorten.

Wenn wir jetzt die Zutatenliste, den Preis, den Zuckergehalt, die Menge und von mir aus noch, wie tief wir uns bücken müssen, um sie in den Korb zu packen als Parameter vergleichen können, dann können wir eine mehr oder weniger rationale Entscheidung treffen zwischen diesen 10 Sorten.

Wenn jetzt aber die Etiketten ab wären, alle gleich teuer und gleich groß sind und dann auch noch in einer Reihe stehen, dann fehlen uns sämtliche Informationen für eine rationale Entscheidung.

Egal wie viel wir grübeln, die Entscheidung wird nicht besser. Also in solchen unsicheren Situationen wo wir wenig Daten oder sehr viele Alternativen haben, einfach auf das Bauchgefühl verlassen und den Entscheidungsprozess stark vereinfachen.

Was dabei sehr helfen kann, ist der Wechsel vom Maximimum-Prinzip zum Gut-Genug-Prinzip.

Das Maximum-Prinzip, bei dem wir alle Möglichkeiten abwägen, um die beste Entscheidung zu treffen, funktioniert oftmals in der realen Welt nicht und führt nicht zu besseren Entscheidungen. Maximierer verschwenden Zeit und machen sich unnötig sorgen. Deshalb ist es oftmals besser, das Gut-Genug-Prinzip zu nehmen.

Bock auf Erdbeermarmelade? Sieht rot aus und sind Erdbeeren drin, alles gut, das reicht. Die anderen Alternativen gar nicht erst ansehen.

Dies ist übrigens auch ein sehr guter Tipp, um allgemein zufriedener im Leben zu sein. Unser Umfeld überflutet uns häufig mit Möglichkeiten. Nimm das, was gut genug ist und sei damit zufrieden.

Ich glaube, das ist eine kritische Fähigkeit, die jeder von uns in der heutigen Zeit dringend lernen muss. Zufrieden zu sein mit einer Wahl, auch wenn es vielleicht irgendwo da draußen eine bessere Möglichkeit gegeben hätte.

Hier auch wieder der Bogen zum Risiko, was ist wohl das größere Risiko? Das die Erdbeermarmelade ein paar Stückchen zu wenig enthält oder 10 Cent teurer ist?

Oder aber das wir uns die nächsten vier Wochen jeden Morgen am Frühstückstisch besorgten Blickes die Marmelade aufs Brötchen schmieren und rast und ruhelos uns Fragen, ob ausgerechnet diese Erdbeermarmelade die perfekte ist?

Dieses sicherlich etwas übertriebene Szenario, welche Marmelade hält schon 4 Wochen…, der besorgten Blicke am Frühstückstisch, führt uns aber gleich zum nächsten Tipp, wie man bessere Entscheidungen treffen kann.

Heuristiken und einfache Regeln

Heuristik ist die Kunst, mit begrenztem Wissen in einer unsicheren Welt, in kurzer Zeit zu einer praktikablen Lösung zu kommen. Meist geschieht dies über einfache Regeln und unser Unterbewusstsein arbeitet da nicht anders.

Damit wir hier nicht nur Marmelade, sondern auch bisschen Business drin haben mal ein Beispiel aus dem Bereich.

Viele scheuen sich davor, ein Online-Business zu starten aus Angst vor den Risiken, Fehlern und der gefühlten Unsicherheit. Eine Festanstellung vermittelt die Illusion der Sicherheit. Aber ein bekannter Chef mehrerer Mitarbeiter hat dazu mal den schönen Satz gesagt: „Wenn ich morgen keinen Bock mehr habe und die Firma schließe, ist das auch vorbei mit der Sicherheit“.

Wenn du in einem Job gefangen bist, auf den du kein Bock hast, besteht sicher das Risiko, nichts Neues zu finden, wenn du kündigst. Aber je nach Ausbildung und Motivation ist dieses Risiko relativ gering. In Deutschland wirst du außerdem auch nie verhungern müssen. Es ist also auf keinen Fall ein existenzbedrohendes Risiko.

Mit 100%iger Sicherheit aber, wirst du, wenn du dieses Risiko nicht eingehst, die nächsten Jahre weiter in einem Job verbringen, auf den du keine Lust hast.

Und wenn du mal an so einem Punkt bist, könnte jetzt eine einfache Regel helfen:

Nimm die Entscheidung, die das schlimmste Ergebnis vermeidet.

Was ist schlimmer? Ein Jahr Auszeit, Arbeitslosengeld und die Chance auf einen neuen viel besseren Job oder aber für die nächsten Jahre, den gehassten Job weiter zu machen?

Eine einfache Regel führt hier vermutlich zu dem besseren Ergebnis. Besser als Jahrelanges grübeln, weil wir wieder nicht alle Parameter kennen. Sicher man kann einige Sachen versuchen zu planen, aber es wird nie Gewissheit geben.

Wer alles ertragen kann, kann auch alles Wagen 😀

Eine andere Entscheidungsheuristik kann sein, wie lange die Entscheidung sich auf dein Leben auswirkt und genau so lange nimmst du dir Zeit für die Entscheidung.

Das Essen im Restaurant, wenn es nicht gerade der ungünstig zubereitete Kugelfisch war, wird dich maximal eine Stunde belasten oder im schlimmsten Fall gibts ne Rückrunde auf Klo 😀 Aber es ist keine stundenlangen Überlegungen wert. Das gleiche gilt für so viele Dinge in unserem Alltag, über die wir uns unnötig den Kopf zerbrechen.

Eine andere Heuristik wäre: Nimm den wichtigsten Grund.

Du weißt nicht, ob du abends auf die Party gehen sollst? Du willst neue Leute kennen lernen, mal wieder was trinken, bisschen raus kommen, hast Lust zu tanzen? Auf der anderen Seite musst du dich dann fertig machen, es kostet Geld, draußen ist es kalt und irgendwie ist es auch schon recht spät geworden.

Gründe gibt es immer auf beiden Seiten und das Problem ist, um absolut rational zu entscheiden müsstest du nicht nur alle kennen sondern auch gegenrechnen können. Wie viel Kälte ist es wert, neue Leute kennenzulernen?

Wenn viele Gründe für und gegen eine Sache sprechen, so kann es die Entscheidung stark vereinfachen, wenn wir einfach nur den wichtigsten Grund betrachten. So vermeiden wir, zu viel nachzudenken oder verschiedene Gründe gegeneinander aufrechnen zu müssen.

Also du willst mal wieder maßlos trinken? Guter Grund. Dann beweg deinen Arsch zu der Party und hör auf, darüber nachzudenken … schließlich wird es dadurch auch nicht früher oder wärmer 😉 Und wenn du mir da begegnest, hol uns einen Drink 😉

Gibt sicher noch viele weitere Regeln, aber das Prinzip sollte klar sein und damit kommen wir zum nächsten Punkt, der Kontrolle.

Was du kontrollieren kannst

Eine andere Sache, die wir bei aller Unsicherheit und Risiken immer kontrollieren können, ist unsere Einstellung zu den Dingen und wie wir auf Ereignisse reagieren.

Ich mache mir jetzt gelegentlich zur kalten Jahreszeit einen Orangensaft, schön Vitamine 😀

Was passiert jetzt, wenn ich eine Orange nach einigen Streicheleinheiten langsam behutsam penibel genau mittig aufschneide, dann vorsichtig in die Saftpresse lege und mit größter Vorsicht zerreibe?

Es kommt Saft raus.

Aber was passiert jetzt, wenn ich die gleiche Orange wütend, weil in meiner 10 Cent zu teuren Erdbeermarmelade zu wenig Stücke waren, auf den Boden schmeiße, darauf herum trample?

Es kommt Saft raus.

Und was wir daraus lernen können, ist das es nicht auf die äußeren Umstände ankommt, wie wir reagieren sondern auf das, was in uns ist. Das Gute daran ist, das können wir kontrollieren 🙂

Wir können kontrollieren wie wir auf Risiken, Bedrohungen, Unsicherheiten oder Fehler reagieren.

Lassen wir uns von der Massenpanik anstecken, wenn mal wieder Vogelgrippe, Rinderwahn, EHEC, Killermücken aus Afrika, Finanzkrisen oder Zombies und Aliens die ganze Menschheit ausrotten? Oder bleiben wir entspannt?

Reagieren wir verzweifelt auf Fehler und voller Selbsthass mit Vorwürfen? Oder sehen wir sie als Herausforderung, es beim Nächsten mal besser zu machen, als Investition in unsere Bildung als eine wichtige Erfahrung?

Hier haben wir alleine die Kontrolle und wir können jederzeit damit anfangen, an uns zu arbeiten. Umso mehr wir uns auf das konzentrieren, was wir wirklich kontrollieren können, umso mehr wird auch diese Angst vor dem Ungewissen zurückgehen.

Und damit sind wir schon beim erstmal letzten Punkt zu dem Thema.

Vernunft und der eigene Verstand

Statt auf Kompetenz im Umgang mit Risiken setzen wird in unserem System konsequent auf Verbote gesetzt. Drogen, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, sind ein schönes Beispiel dafür. Hier von Staat und Pharmaindustrie verboten und unterdrückt und Länder wie Portugal, die Drogen legalisiert haben, sind ein schönes Gegenbeispiel, das es andersrum viel besser funktioniert. Dort wurde das Geld in Aufklärung und Prävention gesteckt, das wir hier in Polizeimaßnahmen, Therapien, Gefängnisaufenthalte und ähnliche Maßnahmen stecken. Die Ergebnisse beider Varianten kann der geneigte Hörer oder Leser ja selbst recherchieren.

Das wird hier sonst alles zu lang, weshalb ich jetzt an dieser Stelle mal aufhöre.

Kurzes Fazit zum letzten Punkt noch:

Selbst Verantwortung übernehmen, nachdenken und informieren. Ganz wichtig: Abschätzung und Umgang mit Risiken lernen, denn so lernen wir, uns selbst auch in unsicheren Zeiten mehr zu vertrauen.

Die Angst klopft an der Tür, das Vertrauen öffnet. Niemand steht draußen 🙂

Was im Online-Business so passiert

Nur ganz kurz ein Business Update von mir. Ich schreibe die ganze Zeit an dem Börsenpsychologie-Buch, wo ich mir über all solche Dinge über die ich heute gesprochen hab Gedanken mache. Es geht viel um Risiken, Verzerrungen unserer Wahrnehmung und wie man ein besserer Trader und Mensch wird. Das Ganze gepaart mit ein paar Geschichten und hoffentlich nützlichen Tipps aus der Praxis.

Ich mache dazu nochmal eine Sondersendung darüber, wie man ein Buch schreibt, und zeige das dann an dem Beispiel. Die Inhalte sind aber bereits fertig, es sind ca. 35.000 Wörter bisher geworden und ich habe die letzten Tage ca. 2-4.000 Wörter am Tag geschrieben. Ist auch ein bisschen ein geiles Gefühl da durchzuscrollen 😀

Ansonsten Weihnachtsgeschäft, Affiliate Zeug läuft gut. Im Januar wird es da sicher ein kurzes Tief geben, aber bis dahin hab ich ja schon neue Sachen 🙂

Dann habe ich mich viel mit Videos befasst. Ich wollte die Inhalte des 7-Tage-Business-Kurses persönlicher machen, Video Inhalte ergänzen und auf der Startseite wollte ich auch ein Video und sowieso überall. Seit der Thailand Workation stand das auf meiner Todo-Liste.

Erste Aufnahmen hab ich dann mit der GoPro gemacht, aber durch das Weitwinkel-Objektiv sah ich einfach zu schmal aus. Fand ich doof, fleißig wieder mit dem Sport angefangen und sehe aus wie ein Strich :D.

Dann habe ich auf eine vermeintliche Profikamera gewechselt, aber hab da auch Probleme in der Qualität, mit dem externen Mikrofon und andere. Also viele Stunden ohne wirkliche befriedigende Ergebnisse.

Auf der https://7tagebusiness.de Seite seht ihr aber ein vorläufiges Ergebnis eines Videos von mir. Habs erstmal online gelassen und werde das irgendwann mit neuer Technik verbessern. Aber alleine für dieses 7 Minuten Video, das ich immer noch mittelmäßig bis Kacke finde, habe ich ca. 3 oder 4 Tage gebraucht mit der ganzen Technik, Beleuchtung, Ton, Ansteckmikro, Atemgeräusche doof rausschneiden, Synchronisierung, wo setz ich mich in der Wohnung hin, Feedback einholen und dann hängt am Ende noch das Mikrokabel im Bild 😀 Video ist einfach noch nicht mein Format, aber ich habe noch ein paar geplant, um wenigstens meine Quartalsziele zu erfüllen 😉 Mal sehen wie sich das auf die Wahrnehmung meines Kurses auswirkt 😀

Beim Kurs ist sowieso endlich mal wieder etwas passiert. Passend zum Thema Risiko habe ich ein 1-Euro-Testangebot für den 7-Tage-Business-Kurs. Kostet am Ende genauso viel wie vorher, aber man kann für 1 Euro völlig risikofrei mal reinsehen und wenn der Kurs nicht hilft, erhält man sogar den einen Euro zurück.

Also wer sich den Kurs mal ansehen will, findet den auch auf https://7tagebusiness.de. Den Vorteil den ich darin sehe, ist, das das gefühlte Risiko erstmal viel geringer ist. Ein Euro kann jeder mal riskieren. Ich habe so aber die Möglichkeit mit den Teilnehmern zu sprechen, Feedback zu sammeln und mich auszutauschen.

Zusätzlich gibt es die Möglichkeit der Ratenzahlung und ein paar neue Inhalte. Aktuell arbeite ich da speziell an Inhalten zu Facebook-Marketing und Retargeting. Im neuen Jahr kommt das dann alles. Ich werde weitere daran arbeiten, dass es der beste Online-Kurs zum Thema Online-Business starten und Online Geld verdienen wird 🙂

Das wars auch zum Thema Business.

3. Wunderlicher Tipp der Woche

Passend zum obigen Thema gibt es heute das Buch Bauchentscheidungen von Gerd Gigerenzer.

und eine kleine Motivationsrede von Arnold Schwarzenegger.

Schluss

Naja da hätte ich sicher noch ewig ausholen können, aber zum Schluss noch ein Gedanke: Das Wort Entscheidung enthält ja bereits den Hinweis auf die Scheidung. Die Trennung von einer Möglichkeit. Letzten Endes werden wir nie erfahren können, was richtig oder falsch war oder was passiert wäre, wenn wir uns anders entschieden hätten. Vielleicht ist dieser Gedanke hilfreich damit, mit möglichen Fehlentscheidungen abzuschließen.

Außerdem ist letzten Endes jede Entscheidung besser als keine, diese Unentschlossenheit ist viel belastender. Dann lieber beherzt eine Scheißentscheidung treffen und mit den Folgen leben 😀

In dem Sinne, ich wünsche euch möglichst gute Entscheidungen und ein bisschen Risikofreude. Das größte Risiko ist es nichts zu riskieren.

Bis bald.

Vielleicht … vielleicht auch nicht. Wer weiß das schon 🙂