Moin.

Aktuell bin ich immer noch in Chiang Mai, was auch irgendwie mit jedem Tag besser wurde. Wenn ich immer nur so kurz an einem Ort bin, habe ich oftmals dieses Gefühl etwas zu verpassen und will dann so viel wie möglich und alles auf einmal und dann eskaliert das oft 😉

Deshalb bin ich im Winter und Frühling z.B. immer gerne auf den Kanaren, wo ich schon alles kenne und trotzdem ein angenehmes Wetter genießen kann 🙂

Aber zurück zu Chiang Mai: Die Stadt ist die zweitgrößte Thailands und hat trotzdem nur 135.000 Einwohner, von denen gefühlt die meisten in Massage Shops oder Restaurants arbeiten. Gibt wohl kaum eine Ecke oder Straße an denen es nicht mindestens eines von beidem gibt. Am ersten Tag hier war ich etwas frustriert, das um 0 Uhr alles zu macht, aber mittlerweile habe ich auch ein paar Clubs und Kneipen gefunden die bis 4 oder 5 Uhr morgens auf sind. Wenn ich jetzt hier nicht den Podcast machen würde, wäre ich jetzt dort und das würde wieder eskalieren 😉

Ich schlafe aktuell immer noch polyphasisch, auch wenn ich den Rhythmus etwas verschoben habe. Meist nachts ca. 3-4 Stunden und Tagsüber nochmal einen ganzen Schlafzyklus mit 90 Minuten. Wenn es durch Termine nicht anders geht triphasisch, das sind dann nachts ca. 4-5 Stunden und zwei REM-Schlafzyklen von ca 25 Minuten tagsüber. Auf Amazon gibt es das Buch „Besser Schlafen“ von Alexander Richter, in dem dieses extrem wichtige Thema schlafen etwas genauer beleuchtet wird 🙂

Außer trinken, arbeiten und schlafen gabs aber natürlich auch etwas Kultur und ein paar nette Gespräche mit interessanten Leuten. Wir haben uns Tempel angesehen, saßen wie die digitalen Nomaden mit Laptop im Cafe, haben sehr viel gegessen aber auch ein wenig gearbeitet. Meist aber nicht mehr als 2-4 Stunden am Tag bei mir, während die anderen beiden produktiver waren. Wer weniger produktiv ist kann mehr unternehmen und das habe ich dann auch mal alleine gemacht.

Alleine wegzugehen ist sowieso eine ganz andere Erfahrung und eine gute Sache. Letztendlich hast du dann zwei Möglichkeiten, du trinkst alleine dein Bier oder lernst Leute kennen und eigentlich passiert mir fast immer das Letztere.

Vom DJ, einem Autor einer dramatischen Liebesgeschichte, über Ladyboys bis hin zum Weltreisenden der nicht einmal geflogen ist bisher und die Transsibirische Eisenbahn gefahren ist, war alles dabei. Etwas häufiger gab es auch Teilnehmer eines Yoga- oder Meditations-Retreat, was anscheinend auch einige Leute hier herzieht. Man kann sich in Klostern hier in der Nähe völlig von der Außenwelt zurückziehen und täglich mehrere geführte Meditationen mit den Mönchen machen.

Ich rede ja jetzt schon immer so ruhig, wenn ich jetzt noch sowas machen würde… dann würde ich wohl selbst beim Einsprechen einschlafen … also erstmal kein Retreat für mich, aber etwas Yoga im Park und morgen auch endlich mal wieder bisschen Sport 😀

Was mir aber auch aufgefallen ist, dass es alles nur „oberflächliche“ Einblicke in diese interessanten Lebensgeschichten sind. Quasi wie durch den Instagram Feed einmal durchscrollen. Portionierte Freunde wie Tylor Durden einst so schön sagte.

Du siehst die besten Ausschnitte, die Reisen, die schönsten Bilder und dann reisen die Leute schon weiter. 4 von 5 Leuten an dem Abend mit denen ich mich länger unterhalten habe, reisten am nächsten Tag schon weiter. Wirklich langfristige tiefergehende Beziehungen aufzubauen, ist da schwer.

Auf Instagram findest du meist nicht den langweiligen TV-Abend, die langweilige Stulle zum Frühstück, den normalen Weg zu Arbeit, die Abende wo man alleine ist oder es einem nicht so gut geht, die Selbstzweifel oder anderen negative oder alltägliche Situationen/Gefühle. Es sind aber auch genau diese schwachen Momente, die uns verbinden und anderen Menschen näher bringen. Ein paar mal habe ich noch Kontaktinfos ausgetauscht und wir werden sehen, welche der Menschen wirklich einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben und ob solche Kontakte bestehen bleiben.

Toll fand ich jedenfalls, dass es alles Menschen waren, bei denen ich das Gefühl hatte, sie streben danach etwas zu werden und nicht nur etwas zu haben. Die meisten sind wie ich nur mit einem Rucksack unterwegs. Hier geht es nicht um Besitz und Status es geht darum sich selbst zu finden, die eigenen Stärken und Schwächen und das Leben selbst in die Hand zu nehmen und zu gestalten. Genau das, was Erich Fromm damals in seinem Meisterwerk „Vom Haben zum Sein“ schon andeutete, auch sehr empfehlenswertes Buch.

In Deutschland habe ich oft das Gefühl, dass Menschen Dinge tun, nicht um glücklich zu werden, sondern um anderen keine Angriffsfläche zu bieten. Alles schon nach Standard und Norm. Nicht auffallen und nicht zu individuell. Dann doch lieber eine geile Lücke im Lebenslauf 😉

Was mir bisher auch sehr positiv aufgefallen ist, neben der Freundlichkeit der Thailänder, auch ihre enorme Hilfsbereitschaft. Wenn Sie sehen, dass du Probleme mit dem Stäbchen essen hast, bringen sie sofort Besteck, sie helfen sich gegenseitig beim Einparken, wenn sie sehen, da will jemand in eine Parklücke. Mir ist das Band des Flip Flops gerissen, und ich ging mit dem Schuh in der Hand barfuß nach Hause und sofort hat ein Thai angeboten, den Schuh zu reparieren und lauter so kleine Sachen die einfach zeigen wie aufmerksam und rücksichtsvoll sie anderen gegenüber sind. Alleine wie viele Warnungen ich hier jeden Tag erhalte, weil ich so groß bin und mir nicht den Kopf stoßen soll (Was trotzdem oft genug passiert 😉 .

Der Straßenverkehr, der zunächst so chaotisch wirkte, erscheint mir aktuell sogar sicherer als manch deutsche Stadt. Jeder ist rücksichtsvoll und es ist ein Miteinander, wenn jemand sieht, da will einer über die Straße, dann hält man an oder fährt langsamer, auch wenn Ampeln, Fußgängerwege oder Spuren völlig ignoriert werden. Unfälle oder Probleme habe ich noch gar keine gesehen und auch Polizei sieht man hier kaum. Es scheint einfach zu funktionieren, auch ohne tausend Vorschriften wie bei uns daheim.

Zu den Preisen hier kurz nochmal ein paar Worte. Ich habe hier Leute getroffen die mit 300$ bis 600$ im Monat ganz gut auskommen. Wir leben hier etwas teurer, da wir statt einem Gericht oftmals 2 oder 3 bestellen und auch relativ viel trinken und ausgehen aber man kann hier schon sehr günstig leben.

Unser Haus hier mit 4 Etagen 3 Balkonen, 3 Bädern und Schlafzimmern und sicher über 150m2 kostet uns ca. 70 Euro pro Nacht. Einmal Essen gehen ca. 2-3 Euro pro Gericht und das Bier ca. 2-3 Euro in den Kneipen. Benzin liegt bei unter einem Euro pro Liter und auch Lebensmittel sind für deutsche Verhältnisse sehr günstig. Einheimische kommen hier teilweise mit umgerechnet ca 100 Euro pro Monat aus, wenn Sie einfachen Tätigkeiten wie einem Hoteljob nachgehen.

Also kann ich es mittlerweile schon verstehen, dass es für Gründer und Leute die remote arbeiten können attraktiv ist, in ein derartiges Land zu gehen. Die hohe Steuerlast fällt völlig weg, bzw. wer sein Einkommen hier versteuert, zahlt ca. 10% und die Lebensqualität ist bisher recht ähnlich. Insbesondere was Essen und Sozialverhalten angeht, sogar deutlich höher. Ich habe erstmal noch ein paar Reisen geplant, aber dann werde ich diese Möglichkeit vielleicht auch ernsthaft wieder in Betracht ziehen.

Was ich auch sehr spannend fand, war dass die Nutzung von Smartphones hier viel weiter ist als in Deutschland, weil natürlich auch das Internet wesentlich besser und günstiger ist.

Während man in Deutschland noch den Datensparmodus benötigt und Updates und größere Downloads nur über das WLAN macht, ist das alles hier nicht notwendig. Dadurch ändert sich auch das Verhalten der Leute. Ich glaube, wer Apps entwickeln will oder neue App Ideen sucht, sollte unbedingt mal Richtung Asien sehen, was hier so möglich ist.

Die beliebtesten Messenger hier wie WeChat oder Line, sind WhatsApp um Welten überlegen. Von Bitcoin Zahlungen, finden von neuen Leuten in der Umgebung, vereinfachter Kontaktaustausch per QR-Code usw. bis zum vollständigen mobilen Bezahlen ist hier so viel mehr möglich. Das oftmals auch in kleinen normalen Läden oder im Fitnessstudio.

Wenn Deutschland irgendwann mal vergleichbar gutes mobiles Internet und ein paar fortschrittliche Politiker bekommen sollte, werden solche Technologien und das Nutzerverhalten sich dort auch anpassen. In dem Sinne ein kleiner Blick in die Zukunft 🙂

Ja und damit bin ich ein wenig schon beim Business-Thema.

Erstmal wieder ein kleiner Einblick in ein Geschäftsmodell von hier.

Ein Restaurant in Chiang Mai eröffnen

Ich hatte ein längeres Gespräch mit einem französischen Koch, der von den Regularien in seinem Land genervt war. Geht also nicht nur uns Deutschen so. Spannend an seiner Geschichte ist, dass er den Mut hatte, etwas zu ändern.

Für ca. 500 Euro kaufte er eine fertige thailändische Firma und mietete hier ein Restaurant vor Ort. Grundsätzlich ist es so, dass man hier in Thailand nicht der Mehrheitseigner einer Firma sein darf, je nach Umständen ein Business-Visum benötigt und ein paar andere Dinge erfüllen muss. Aber das lässt sich anscheinend alles leicht lösen. Auch eine Aufenthaltsgenehmigung kriegt man einfach, wenn man regelmäßig ausreist, thailändisch lernt oder hier Muy Thai macht. Vor etwas über einem Jahr kam er ohne jegliche Sprachkenntnisse hier an.

Sein Anwalt suchte einen thailändischen Geschäftspartner vor Ort, den es aber nur auf dem Papier gibt und noch am selben Tag hatte er die Schlüssel zu seinem eigenen Restaurant in der Hand und konnte den Laden eröffnen. Wenn man selbst eine neue Firma gründen will, ist das etwas teurer, ca. 27.000 Euro würde das kosten und man muss dann noch ein Guthaben von 54.000 Euro ansparen.

Dafür ist die restliche Verwaltung im Vergleich zu Deutschland wohl sehr einfach und die Steuern viel einfacher. Er zahlt auch ca 7-10%. Hatte ein paar Angestellte vor Ort und arbeitet nur vormittags in seinem Restaurant. Die Miete hier für ein sehr zentral gelegenes Lokal mit ca. 100m² direkt an einem Marktplatz liegt inklusive Sicherheits und Reinigungspersonal bei ca. 1.000 Euro. Die Löhne sind entsprechend gering, Mitarbeiter im Gastro-Bereich beginnen bei ca. 300 Euro im Monat.

Auch ansonsten sind die rechtlichen Auflagen für ein Restaurant anscheinend sehr gering, was natürlich auch nicht verwundert, wenn man mal die Streetfood-Wagen betrachtet, die hier überall herumstehen. Die deutschen Lebensmittelkontrolleure würden hier wohl 99% der Läden dicht machen und doch geht es den meisten Menschen hier recht gut und sie Leben denke ich recht gesund.

Wir haben uns dann noch ein bisschen darüber unterhalten, wie man so ein Business optimieren könnte mit Hilfe von entsprechenden Google Einträgen, Bewertungen, Webseite, SEO und Partnerschaften.

Für mich wäre das wohl kein interessantes Geschäftsmodell, aber wenn jemand von euch Lust hat auf ein eigenes Restaurant in Thailand, ist machbar und ich denke auch ohne dauerhaft vor Ort zu sein.

Was im Online-Business passiert

Diese Woche ist gar nicht so viel passiert. Mein Fokus lag ja auch eher auf Urlaub machen und Land und Leute zu erkunden. Es haben sich hier aber bereits einige spannende Kontakte ergeben, die mir bei zukünftigen Projekten ggf. weiterhelfen werden.

Ansonsten trade ich zurzeit wieder mehr und analysiere insbesondere die asiatischen Märkte und verschiedene Märkte und Technologien hier. Mein Ziel war es zu sehen, ob ich nur mit dem Daytrading profitabel sein könnte und so quasi die Reisekosten ausgleichen könnte und bisher wäre mir das locker gelungen.

Als mir dann aber Jannik, der mit mir auf Reisen ist seiner Zahlen genannt hat, hat mich das nicht in Ruhe gelassen. Der sitzt hier immer als erstes morgens und arbeitet, reist die ganze Zeit um die Welt, ist an allen möglich schönen Orten und hat trotzdem die Disziplin sein Business voran zu bringen.

Das hat mich jedenfalls motiviert auch wieder ein paar neue Inhalte zu machen 😉

Neue Inhalte

Dadurch das ich selbst wieder mehr aktiv Trade, sind auf der daytradingbuch.de Seite auch wieder neue Inhalte entstanden. Insgesamt 5 neue Artikel sind erschienen und ich halte hier so ca. meinen Schnitt von 1.000-2.000 Wörtern am Tag.

Auf Investmentratgeber.com habe ich etwas zum Thema Finanzcrash geschrieben und dort werden auch weitere Inhalte und ein komplettes Redesign der Seite in den kommenden Tagen hier folgen.

Meine Vorgehensweise ist derzeit so, dass ich die Artikel selbst schreibe und relativ schnell in einer ersten Version veröffentliche. Wenn ich Feedback erhalte oder das nächste mal mich mit einem Thema befasse, dann optimiere ich die Artikel mit Bildern, Videos oder weiteren Textinhalten. Wichtig ist aber erstmal nur, dass ich erste Rankings in den Suchmaschinen aufbauen kann.

Außerdem arbeite ich noch an zwei neuen Büchern und bin mit beiden diese Woche etwas vorangekommen und hoffe, dieses Jahr noch damit fertig zu werden.

Online-Business für Thailänder

Hin und wieder auf den diversen Tuk Tuk oder Taxifahrten brainstorme ich außerdem weiter an Geschäftsmöglichkeiten auf Smartphone Basis die das durchschnittliche Einkommen hier ersetzen können.

Ich habe ein Konzept für eine Lernapp mit nützlichen Zusatzeffekten entwickelt und konzentriere mich derzeit generell auf das Thema lernen. Ich denke, dass insbesondere die Sprache und Kultur der Schlüssel zum Erfolg sind. Englisch ist extrem wichtig, für ein Land, in dem viele Menschen vom Tourismus leben.

Mit Englisch hat man auch die Möglichkeit online auf nahezu unbegrenzte kostenlose Bildungsinhalte zuzugreifen. Smartphones und YouTube sind hier allgegenwärtig. Wenn man jetzt die „Unterhaltungs“-Inhalte durch Lerninhalte wenigstens teilweise ersetzten könnte, kann das wenigstens einigen Menschen völlig neue Perspektiven eröffnen.

Wenn man solche Apps entwickelt, muss man jedoch die lokale Kultur hier noch mehr verstehen. Daran arbeite ich derzeit noch ein wenig und dann wird es nochmal konkreter. Aber Lernapps und Mikrotasks, die per Smartphone zu erledigen sind, sehe ich aktuell als am vielversprechendsten.
Ein paar physische Produkte, die es nur hier gibt, sind auch als Geschäftsmodell interessant gewesen, aber diese erfordern wieder ein anfängliches Investment und skalieren nicht auf so viele Leute. Aber ich bleibe weiter dran, wobei ich wohl erst im nächsten Jahr zur Umsetzung komme oder wenn ich das nächste mal hier bin.

Wunderlicher Tipp der Woche

Viel besser, als Tausend Orte zu sehen, ist es einen zu haben, an dem man zu Hause ist. Beim Reisen würde ich in Zukunft deshalb unsere Etappen etwas vergrößern, damit ich am jeweiligen Ort das Gefühl habe „etwas angekommen“ zu sein. Vielleicht so mindestens 10 Tage.

Auch mal alleine rausgehen, ein paar neuen Leuten Hallo sagen und sehen was passiert. Nur die wenigstens beißen 😉

Und noch ein technischer Tipp zum Schluss: https://cryptomator.org

Ich hatte als Reisevorbereitung ein paar Daten, Adressen, Nummern usw., die ich benötige, falls ich den Laptop verliere auf Google Drive gespeichert. Das ist extrem praktisch, da es einfach als Laufwerk eingebunden werden kann und automatisch alle meine Daten auf allen meinen Geräten verfügbar sind.

Aus Datenschutzsicht ist das natürlich weniger gut. Genau da hilft cryptomator, indem es alle Daten nur verschlüsselt auf Google Drive ablegt.

Seht es euch mal an und damit sind wir schon am Schluss.

Schluss

Morgen geht es schon weiter auf die Inseln, die Zeit vergeht so schnell und dieser Podcast diesmal auch 😉

Bis bald.