Die andere Freiheit

Die andere Freiheit

Generation Y, die Unentschlossenen, von klein auf in gefestigten Strukturen, darauf trainiert nicht aufzufallen, zu sagen was andere denken oder wissen. Doch für die meisten von uns kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem die Welt uns offen steht. Doch was jetzt? Wenn ich X tue, verpasse ich vielleicht Y. Ist Y denn besser als X? Und auf Facebook sah ich, dass die alten Schulfreunde alle Z machen. Meine Eltern wollen aber was ganz anderes.

Und wenn ich mich dann für X entschieden habe, später vielleicht die quälende Frage was wohl gewesen wäre, wenn ich doch Y gemacht hätte?

Ist das wirklich Freiheit alles tun zu können was man will? Macht das glücklich? Macht es uns frei, weil wir losgehen und uns alles kaufen können?

Oder aber versklaven wir uns selbst? Denn all die tollen Dinge zu machen oder zu kaufen kostet Geld, dies erfordert in der Regel Arbeit. Wer mehr haben oder machen will, muss mehr arbeiten und hat am Ende vielleicht dann doch weniger von allem. Und vor allem, ist er dann wirklich frei?

Das eigene Haus befreit uns davon Miete zahlen zu müssen und doch nimmt es uns auch Freiheit, weil es abbezahlt werden muss. Weil es uns an einen Ort bindet. Weil die laufenden Aufwendungen und Reparaturen Zeit und Geld kosten. So haben die meisten sogenannten Freiheiten stets auch eine Schattenseite.

Heute gibt es hier keine Antworten und keine klare Definition von Freiheit, sondern einfach ein paar andere Sichtweisen zum Thema.

Also was könnte Freiheit noch sein?

Freiheit bedeutet dort zufrieden zu sein wo man ist. Denn dann ist man frei von dem Wunsch, woanders zu sein.

Sich woanders hinzuwünschen ist wie in einem Gefängnis zu sein, auch wenn dieses nur im Kopf ist. Ich traf Menschen, die sich so mit Arbeit überlastet haben, dass sie im Büro eingesperrt waren. Ich traf Menschen, die mir erzählten,  in ihrer 1000m²-Villa viele ihnen die Decke auf den Kopf. Aber dann traf ich auch Menschen, die in völliger Enthaltsamkeit in kleinen Hütten und Klostern lebten und doch freier waren als die vorgenannten Beispiele.

Freiheit bedeutet zu akzeptieren, was ist. Denn dann ist man frei von dem Wunsch, dass es anders wäre.

Das heißt nicht, dass ihr nicht trotzdem versuchen könnt die Dinge zu ändern, aber erstmal in diesem Moment sind die Dinge wie sie sind. Unser Leben, alles was ist, ist nur jetzt und hier.

Freiheit bedeutet mit dem zufrieden zu sein, was man hat. Frei zu sein von dem Wunsch mehr zu haben.

Es gibt nicht nur die Freiheit, alles kaufen zu können wonach einem ist, sondern die vielleicht viel erstrebenswertere Freiheit von allen Wünschen. Denn solange wir uns immer nur auf das konzentrieren, was uns fehlt, wird es uns schwer fallen glücklich und frei zu sein.

Manchmal beneiden wir andere für das, was sie haben oder zu sein schein, und denken wir wären glücklicher, wenn wir das auch hätten. Aber wenn wir frei von Wünschen sind, ist es einfacher glücklich zu werden.

Ob arm oder reich, schön oder hässlich jeder hat seine eigenen Probleme. Ein Leben ohne Probleme gibt es nicht, es sind nur andere.

Freiheit bedeutet nichts zu verlieren zu haben, denn alles was du besitzt, besitzt irgendwann auch dich.

Ob ein so hohes Maß an Freiheit für dich erstrebenswert ist, kannst nur du alleine entscheiden. Und genau da sind wir beim Fazit des heutigen Textes:

Freiheit bedeutet für jeden etwas anderes.

Freiheit von Sorgen, Bedürfnissen, Wünschen, Ängsten, die von unser Umwelt geschürt werden, kann viel erstrebenswerter sein als nur die Möglichkeit alles kaufen oder tun zu können.

Findet eure persönliche Freiheit und lasst sie euch niemals nehmen – von keinem Arbeitgeber, keinem Politiker, keinem Statussymbol, keiner Werbung, keiner Zeitung.