Die 3 besten Rechtsformen für dein Online-Business

Um dein Online-Business zu starten, brauchst du eine Rechtsform deines Unternehmens. Grundsätzlich hast du in Deutschland drei einfache Möglichkeiten, dich selbständig zu machen: Einzelunternehmen, Freiberufler oder Kapitalgesellschaft.

Es gibt hier spannende Alternativen von der Holding Variante bis hin zur Firma in Estland oder komplett Offshore, die interessante Möglichkeiten und Steuervorteile bieten. Letztendlich wirst du es bei den letztgenannten Möglichkeiten aber viel schwerer haben kurzfristig gute Berater zu finden. Außerdem macht es das am Anfang meist nicht viel einfacher, von daher rate ich dazu, auch hier den einfachsten und schnellsten Weg zu gehen, und der ist ein Einzelunternehmen/freiberufliche Tätigkeit. Langfristig, wenn du bereits konstante Einnahmen hast, kann ein Blick auf verschiedene Offshore-Standorte sich lohnen.

Hinweis: Für die Gründung gibt es Komplettpakete z.B. auf recht24-7.de, die das komplett für dich erledigen.

Freiberufler

Genau genommen ist der Freiberufler keine eigene Rechtsform, sondern der Begriff, mit dem die Personen bezeichnet werden, die einen sogenannten Katalogberuf ausüben. Wenn du eine Dienstleistung anbietest, die von deinem Finanzamt als freiberuflich anerkannt ist, solltest du diesen Weg gehen. Als grobe Richtlinie, was anerkannt wird: Es muss sich um eine individuelle Dienstleistung handeln, die meist eine höhere Bildung voraussetzt. Webseiten designen, individuelle Programmierung, Beratung, künstlerische und kreative Tätigkeiten usw. Letztenendes liegt es jedoch immer an der Entscheidung deines Finanzamtes, ob eine Tätigkeit als freiberuflich anerkannt wird.

Um die Tätigkeit aufzunehmen, musst du lediglich einen steuerlichen Erfassungsbogen einmalig ausfüllen und beim Finanzamt abgeben (auch Steueranmeldung genannt) und am Ende des Jahres eine Einnahmen/Überschuss-Rechnung erstellen. Als Freiberufler zahlst du auch keine Gewerbesteuer und bist auch sonst relativ frei. Als Freiberufler haftest du im Schadensfall jedoch mit deinem Privatvermögen.

Einzelunternehmer/GbR

Am Anfang unterscheidet sich die Rechtsform des Einzelunternehmers nicht allzu sehr vom Freiberufler. Da es für die Gewerbesteuer auch Freibeträge gibt, sind die einzigen Mehrkosten, die du hast, die 26 Euro Anmeldegebühr für die Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt, möglicherweise IHK-Beiträge und der Aufwand, einmal mehr zum Amt zu gehen. Wenn du die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nimmst, hast du auch mit der Umsatzsteuer zunächst nichts zu tun.

Wenn du nicht als Freiberufler anerkannt wirst, ist dies der zweiteinfachste Weg. Immer, wenn du beispielsweise Produkte oder Waren verkaufst wie physische Gegenstände oder eine Massensoftware, die für viele Kunden entwickelt wurde, Apps, Affiliate-Marketing, Software as a Service Lösungen und ähnliches, wirst du um ein Gewerbe nicht herumkommen.

Als Einzelunternehmer haftest du ebenfalls mit deinem Privatvermögen. Deshalb sind entsprechende Versicherungen sinnvoll.
Wenn sich zwei oder mehr Einzelunternehmer zusammen tun und gemeinsam eine selbständige Tätigkeit aufnehmen wollen, ist der Prozess der gleiche wie beim Einzelunternehmer und dieses Konstrukt wird dann Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) genannt.

Die Kapitalgesellschaft

Wenn du eine persönliche Haftung ausschließen willst, benötigst du eine Kapitalgesellschaft wie die UG  oder die GmbH. Diese sind in der Verwaltung wesentlich komplizierter und teurer, von daher solltest du das nur machen, wenn spezielle Gründe dafür sprechen.

Als Kapitalgesellschaft ist für Einsteiger zunächst die Rechtsform UG (Unternehmergesellschaft haftungsbeschränkt) interessant, die du auch alleine gegründet werden kann. Wenn du genug Kapital für die GmbH hast, dann solltest du auch das Geld in einen Steuerberater und Rechtsberatung investieren. Häufig gibt es hier auch Gründerzuschüsse für Beratungen. Eine UG ist die günstigste Möglichkeit, eine Kapitalgesellschaft zu gründen. Eine UG ist praktisch identisch zu einer GmbH, jedoch mit dem Unterschied das du weniger Stammkapital benötigst und dafür aber jährlich 25% deines Gewinns zurücklegen musst, bis das Stammkapital einer GmbH erreicht ist. Das bedeutet grundsätzlich, dass die Firma eine eigene juristische Person ist.

Eine UG kommt dann für dich in Frage, wenn du das Risiko der persönlichen Haftung vermeiden willst, da du nur in Höhe des eingezahlten Stammkapitals haftest. Der zweite Vorteil der UG ist, dass es leichter ist, Investoren zu finden oder Unternehmensanteile zu verkaufen. Außerdem kannst du bei Reinvestitionen von Gewinnen Steuern sparen, weil die sogenannte steuerliche Vorbelastung geringer ist. Das bedeutet, dass für das Geld, welches in der Firma bleibt keine Einkommenssteuer anfällt.

Zur UG-Gründung empfehle ich dir, eines der Gründungspakete im Internet zu kaufen. Für ca. 150 Euro werden dir dann alle Arbeiten abgenommen und du erhältst eine Rechtsberatung und Musterverträge für mögliche Szenarien wie Anteilsverkauf, Gründung, Arbeitsverträge usw.
Da als UG die Buchhaltung komplizierter wird, solltest du von Anfang an einen Steuerberater zur Hilfe nehmen.
Ein weiterer Tipp noch: Starte nicht mit zu wenig Stammkapital, nimm mindestens 1000 Euro, um nicht sofort insolvent zu sein.

Sonderfälle

Es gibt auch Fälle in denen mehrere Rechtsformen gleichzeitig für dich infrage kommen. Wenn du beispielsweise Autor bist aber auch ein Gewerbe (z.B. mit Affiliate Marketing) betreibst, kannst du sowohl Freiberufler als auch Gewerbetreibender sein. Um die Einnahmen sauber zu trennen, kann es sinnvoll sein das Gewerbe in Form einer UG zu führen. Die saubere Trennung ist deswegen so wichtig, damit das Finanzamt nicht im Nachhinein Steuernachzahlungen verlangt, denn als Freiberufler zahlst du in der Regel ja weniger Steuern als mit einem Gewerbe(siehe oben).

Im Zweifelsfall solltest du deine genaue Situation immer mit einem Steuerberater oder einem Anwalt besprechen.

Fazit

Mein Tipp: Nimm das Einzelunternehmen oder falls möglich den Freiberufler. Alles andere ist für den Einstieg nicht ratsam, weil es deutlich teurer und komplizierter wird.
Sobald du genug Geld verdienst, hast du einerseits Geld für Experten und viel interessanter, kannst Deutschland auch verlassen.

 

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